Der Ort

Nur einige Straßenzüge vom Stephansplatz entfernt, atmet das Haus Scheer den Geist des imperialen Wien: Seit Rudolf Scheer 1878 der Titel »kaiser- und königlicher Hofschuhmacher« verliehen wurde, hat sich die Fassade des Gründerzeithauses in der Wiener Bräunerstraße 4 nicht verändert. In den alten Glasvitrinen im nussholzvertäfelten Foyer lagern Leisten von Kaiser Franz Joseph bis Jörg Immendorff. Über eine knirschende Holztreppe geht′s hinauf in den ersten Stock. Hier hat sich ein Stück traditioneller Schuhmacherkunst erhalten: Wie zu Ende des 19. Jahrhunderts rattern in den verwinkelten Räumen die Singer-Nähmaschinen, während das feuchte Leder geklopft und genäht wird. Nur die Schuhe, sie sind von heute.